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Meditation in der Neurowissenschaft

Meditation, Bielefeld
Meditation, Bielefeld
Meditation |Buddha - Bielefeld
Meditation, Bielefeld
Meditation in Bielefeld, Vipassana
Der Meditationsraum

Die Meditation und die Neurowissenschaft

Neurotransmitter und Neuroplastizität - Wie Meditation das Gehirn verändert

Sonntag morgen, 5 Uhr 30 - schon angenehm sommerlich warm

Ruhe

 

Ich sitze bei geöffnetem Fenster auf meinem Meditationskissen und lausche der Stille. 

Die Vögeln zwitschern, die Luft riecht angenehm feucht heute früh nach einer lauen Sommernacht im August

Für mich selbst und als Privatperson reicht es, wahrzunehmen, wie angenehm die Meditation ist. Ich mag diese Zeit. 

Als Coach und im Rahmen meiner Arbeit mit der Meditation (und nicht zuletzt im Gesamtkontext des Business Coachings) bedarf es wohl einer Ausführung darüber hinaus, was es mit der Meditation auf sich hat. Nach meinen Ausbildungen, die ich absolviert habe, halte ich mich neben Fortbildungen regelmäßig mit aktuellen Forschungsbeiträgen und Literatur auf dem aktuellen Stand. Einen Teil davon möchte ich in diesem Artikel an Sie weiter geben. Entgegen mancher Aussagen wie "Du erschrickst die Leute damit", "Die wollen das gar nicht (so genau) wissen" o. ä.  gibt es doch immer wieder Klientinnen und Klienten (und Menschen, die mir außerhalb meiner Praxis begegnen), die fragen, "was genau passiert denn da, wenn man meditiert"? "Hat Meditation wirklich einen Zweck?" "Bringt es mir etwas,..?" 

Begeben Sie sich also mit mir auf eine kleine Reise in die Theorie, und vielleicht auch schon bald in Ihre eigene Erfahrung. Trotz allen Wissens ist Meditation letztlich etwas, was man erfährt, "tun muss", ein Übungsweg. 

Von der Religion bis in die Neurowissenschaften

In alten Weisheitstraditionen dient Meditation zur Selbsterforschung. In den letzten Jahren. ist die Meditation auch in das Interesse der Neurowissenschaften gelangt. Studien zeigen eine nachhaltige Wirkung auf wichtige Areale des Gehirns. Hirnforscher bezeichnen diese Veränderungen der Hirnstrukturen als Neuroplastizität. (Quellen hierzu siehe unten am Text)

In den letzten Jahren erlebt die Meditation auch in den kognitiven, affektiven und sozialen Neurowissenschaften einen erheblichen Anstieg. Auch immer mehr Ärzte und Psychologen setzen Meditationspraktiken ein, um Krankheiten zu therapieren oder die Therapie mindestens mit Meditation zu unterstützen. Der Einsatz der Meditation reicht von chronischen Schmerzen über stressbedingte Entzündungen bis hin zu Ängsten und Depressionen.

  

In den 1950er Jahren wurden erste EEG-Studien mit Yoga-Meistern in Indien und im Zen-Buddhismus in Japan durchgeführt, in den 1970er Jahren suchten amerikanische Forscher nach Effekten der Transzendentalen Meditation, die damals in den USA sehr populär war.

 

Ein Wegbereiter, dessen Namen zu erwähnen, ich nicht umhin komme, ist Jon Kabat-Zinn.

Er ist emeritierter Professor an der Medical School der University of Massachusetts, Gründer der Stress Reduction Clinic und gehört zu den Wissenschaftlern, die an den Konferenzen und Dialogen des Mind Life Institute, Virginia/USA beteiligt sind.   

Während seines Berufslebens hat er sich stark für die Achtsamkeitsmeditation in Medizin und Gesellschaft eingesetzt. In seiner Forschung und in seiner Lehre hat er sich auf die Zusammenhänge von körperlichen und geistigen Vorgängen konzentriert. 1979 hat er die mittlerweile sehr renommierte Stress Reduction Clinic gegründet. Dort begründete er sein Programm Mindfulness-Based-Stress-Reduction (MBSR), welches in einem achtwöchigen Kurs vermittelt wird. Achtsamkeitsübungen aus Vipassana Meditation, Hatha Yoga und Zen sind aufeinander abgestimmt und verbunden. Neben der Vermittlung an seine Teilnehmer untersuchte er in umfangreichen Forschungen die Auswirkungen der Achtsamkeit auf Körper und Geist.  

  

 

  

Die Verbreitung der Achtsamkeitsmeditation von den USA bis nach Europa und Deutschland - Das Mind and Life INstitute, Virginia/USA

 

2000 wurden neben Untersuchungen am EEG erste Studien mit der funktionellen Magnetresonanztomographie betrieben. Eine wichtige Entwicklung der bildgebenden Verfahren sind die Aktivitäten des Mind and Life Institutes (https://www.mindandlife.org/, 17.8.2020) , die auf den Dialog zwischen Vertretern religiöser Traditionen und Wissenschaften abzielen. Eine enge Kooperation besteht zwischen dem Dalai Lama und prominenten Hirnforschern wie u. a. Dr. Richard J. Davidson.  Mit einer internationalen Konferenz 2013 in Berlin ist dieses Wissen noch einmal mehr auch in Europa angekommen. 

Hirnforscher sehen Meditation in erster Linie als mentales Training (www.dasgehirn.info/handeln/meditation/warum-meditation, 17.8.2020). Es geht um verbesserte Selbstwahrnehmung und Selbstregulation. 

 

Im Zentrum der Forschung stehen Aspekte wie

  • positive Beeinflussung des vegetativen Nervensystems
  • Auswirkung der Achtsamkeit, fokussierte Aufmerksamkeit
  • wie wirkt es sich aus, die Aufmerksamkeit auf ein bestimmtes Objekt auszurichten und zu halten
  • Regulation von Emotionen
  • wie kann der Umgang mit Schmerzen, Ängsten, Depressionen positiv beeinflusst werden
  • Kultivierung von positiven Emotionen wie Mitgefühl und liebevolle Güte
  • u. a. 

Das Gehirn - ANatomie

Das Gehirn - Meditation und Yoga,  Coaching Claudia Frenz, Bielefeld
Das Gehirn - Meditation und Yoga, Coaching Claudia Frenz, Bielefeld

Neuroplastizität - Wie sich Meditation auf Gehirn und Geist auswirkt

 

Bei Versuchspersonen wurde festgestellt, dass die Dichte der grauen Substanz unter anderem im Hippocampus zugenommen hat. Dies ist der Teil des limbischen Systems, der für das Gedächtnis und die Regulation der Erregung in emotionalen Situationen wichtig ist. (Dr Britta Hölzel, zunächst im Labor von Sara Lazar an der Harvard Medical School, anschließend Charité, Berlin; in eigener Praxis in Deutschland.) „Mit der Meditation haben wir selbst die Möglichkeit, den Geist zu trainieren und unsere Gesundheit zu fördern.“

  

Dies ist möglich, weil das Gehirn sich anpasst. Es verändert sich mit seinen Erfahrungen, die wir machen. Bei Musikern z.B., oder auch bei Menschen, die sehr häufig sms schreiben, ist der Bereich im Gehirn, in dem die Finger repräsentiert sind, vergrößert. Forscher sprechen hier von Neuroplastizität. 

 

Im Labor von Richard Davidson wurden Aktivitäten im inferioren und parietalen Cortex und im dorsolateralen präfrontalen Cortex festgestellt. Beides sind Hirnregionen, in denen soziale Kognitionen und Emotionen reguliert werden.

 

Auch wurden Effekte der Konzentration der Neurotransmitter GABA festgestellt. GABA wirken entspannend und mindern Angstgefühle. 

Günstige Auswirkungen der Meditation auf das Gehirn konnte auch die Hirnforscherin Prof. Tanja Singer, seinerzeit noch am  Max-Plank-Institut in Leipzig, nachweisen. Durch die Meditation ist die Dichte der grauen Substanz an der Amygdala, die für die Verarbeitung von Stress und Angst wichtig ist, geringer. Mehr Dichte hingegen bildet sich im Hippocampus und Regionen, die für die Selbstwahrnehmung und Mitgefühl zuständig sind.  https://www.welt.de/wissenschaft/article123325891/Wie-Meditation-Gehirn-und-Geist-veraendert.html

Meditation und Limbisches System
Limbisches System - Meditation, Yoga | Coaching Claudia Frenz, Bielefeld

Die Atmung - der Weg zur Meditation

Der Fokus der Meditation ist eine gleichmäßige und tiefe Atmung. "Sie ist eine effektive Methode, innere Ruhe und Entspannung zu erzeugen", sagt Dr. Ulrich Ott von der Universität Gießen.

Häufig kommt das Erlebnis, dass Gedanken diesen Prozess stören bzw. nicht zulassen. Der Psychiatrieprofessor Daniel J. Siegel in Los Angeles empfiehlt hierzu, durch eine beobachtende Distanz Gedanken und Emotionen WAHRzunehmen. "Wenn wir nicht von Gedanken und Gefühlen übermannt werden, wird uns die eigene Innenwelt klarer und wir werden zugleich aufnahmefähiger für die Innenwelt anderer." https://www.dasgehirn.info/handeln/meditation/warum-meditation

Einsatz im Coaching

Auch im Coaching hat die Meditation ihren Platz gefunden. Wesentliche Motive für die Meditation sind neben Abbau von Stress, Entspannung und einen klaren Geist zu bekommen die Förderung der körperlichen und psychischen Gesundheit (Resilienz), Regulation der Emotionen sowie Sinnfindung und Mentalarbeit. ..und manchmal auch einfach nur zur Ruhe zu kommen, Entspannung zu finden. 

 

 

Neben "traditionellen Coaching-Methoden" wende ich die Meditation integrativ im Coaching-Prozess an. Die Integration im Gesamtkontext dient der eigenen Reflexion, mit Abstand Dinge, v.a. automatische Denk- und daraus resultierend Verhaltensmuster zu erkennen, zu hinterfragen und bei Bedarf (was in der Regel in den meisten Fällen der Fall ist) neu aufzustellen. Vor allem wenn es um Stress und Burnout geht, insgesamt Emotionen, Ängste hat sich die Kombination mit der Meditation auch in meiner Praxis bewährt. 

 

Natürlich können Sie auch zu mir in die Praxis kommen, wenn Sie "nur" meditieren möchten. 

 

Quellen: 

https://www.dasgehirn.info/handeln/meditation/die-neurowissenschaft-der-meditation

https://de.wikipedia.org/wiki/Jon_Kabat-Zinn

Ulrich Ott - Meditation für Skeptiker

Jon Kabat-Zinn - Gesund durch Meditation